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Fahrzeuge mit hoher Laufleistung beim Autohändler – gefragte Gebrauchtwagen trotz vieler Kilometer

Auto mit hoher Laufleistung verkaufen: Welche Modelle sind trotz vieler Kilometer gefragt?

Ein Auto mit hoher Laufleistung zu verkaufen ist keineswegs aussichtslos: Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt bleiben bestimmte Modelle selbst jenseits von 100.000 Kilometern für Händler interessant. Entscheidend sind neben Kilometerstand und Alter vor allem Wartungshistorie, technischer Zustand, Motorisierung, Ausstattung und die erwartete Wiederverkaufbarkeit. Aktuelle Händlerdaten zeigen insbesondere für VW Golf, VW Tiguan, Ford Focus und Skoda Octavia eine hohe Relevanz. Gleichzeitig belegt der TÜV-Report 2026, dass einzelne Modelle wie Mercedes E-Klasse, Mercedes C-Klasse oder VW Touran auch mit mehr als 100.000 Kilometern vergleichsweise gut abschneiden können.

150.000 Kilometer, 200.000 Kilometer oder sogar mehr: Für viele Autobesitzer klingt ein hoher Kilometerstand zunächst nach einem erheblichen Nachteil beim Verkauf. Doch Fahrzeuge mit hoher Laufleistung sind nicht automatisch unverkäuflich.

Gerade Autohändler beurteilen Gebrauchtwagen nach anderen Kriterien als viele Privatkäufer. Entscheidend ist letztlich, ob sich ein Fahrzeug technisch und wirtschaftlich sinnvoll weiterverkaufen lässt.

Ein zehn Jahre alter Bestseller mit 180.000 Kilometern, nachvollziehbarer Wartung und gefragter Motorisierung kann für einen Händler interessanter sein als ein seltenes Modell mit lediglich 90.000 Kilometern, für das kaum Käufer existieren.

Die Zahlen bestätigen die Bedeutung etablierter Modelle. Eine Auswertung von Carwow für den Zeitraum Januar bis August 2025 zeigt beispielsweise den VW Golf als meistverkauftes Gebrauchtwagenmodell an Händler innerhalb der untersuchten Plattformdaten. Die Fahrzeuge hatten im Durchschnitt bereits rund 102.000 Kilometer zurückgelegt.

Das zeigt: Die magische Grenze von 100.000 Kilometern bedeutet längst nicht automatisch das Ende eines wirtschaftlich interessanten Gebrauchtwagens.

Ab wann hat ein Auto eine hohe Laufleistung?

Eine gesetzlich oder technisch verbindliche Grenze für eine „hohe Laufleistung“ gibt es nicht.

In der Praxis werden Fahrzeuge ab etwa 100.000 bis 150.000 Kilometern zunehmend als Gebrauchtwagen mit höherer Laufleistung betrachtet. Die Bewertung muss allerdings immer in Verbindung mit dem Fahrzeugalter erfolgen.

Ein fünf Jahre alter Diesel mit 150.000 Kilometern wurde möglicherweise überwiegend auf Autobahnen bewegt. Ein zwölf Jahre alter Benziner mit 80.000 Kilometern kann dagegen hauptsächlich Kurzstrecken absolviert haben.

Der Kilometerstand allein sagt deshalb nur begrenzt etwas über den tatsächlichen Verschleiß aus.

Für den Verkauf sind insbesondere folgende Faktoren entscheidend:

  • Alter und Laufleistung
  • lückenlose Wartungshistorie
  • Anzahl der Vorbesitzer
  • Motorisierung und Getriebe
  • HU-Laufzeit
  • Unfall- und Reparaturhistorie
  • Zustand von Motor und Getriebe
  • Bremsen und Fahrwerk
  • Reifen
  • Karosserie und Innenraum
  • gefragte Sonderausstattung
  • regionale und überregionale Nachfrage

Warum kaufen Händler überhaupt Autos mit 150.000 oder 200.000 Kilometern?

Für professionelle Autohändler ist nicht allein die Kilometerzahl entscheidend.

Sie kalkulieren Ankaufspreis, mögliche Reparatur- und Aufbereitungskosten, Standzeit, Verkaufspreis und Risiko gegeneinander.

Ein Fahrzeug mit hoher Laufleistung kann deshalb attraktiv sein, wenn es günstig eingekauft werden kann und gleichzeitig genügend Nachfrage vorhanden ist.

Besonders interessant sind Modelle mit einem großen Gebrauchtwagenmarkt.

Genau hier haben etablierte Volumenmodelle einen Vorteil: Viele Käufer kennen das Fahrzeug, Werkstätten können es reparieren und Ersatzteile sind breit verfügbar.

AutoScout24 kommt bei einer aktuellen Auswertung der meistgesuchten Gebrauchtwagen Deutschlands 2026 ebenfalls zu einem auffälligen Ergebnis: VW Golf, Audi A6, Audi A4, VW Tiguan, Opel Astra, VW Touran, VW Polo, Audi A3, Opel Corsa und VW Passat Variant bilden dort die Top 10. Grundlage sind Suchaktivitäten beziehungsweise Plattformdaten; eine hohe Suchnachfrage ist allerdings nicht identisch mit einer hohen Händlerankaufsquote.

Top 10: Diese Gebrauchtwagen sind bei Autohändlern besonders relevant

Top 10 gefragte Gebrauchtwagen bei Autohändlern mit VW Golf, VW Tiguan, Ford Focus und weiteren beliebten Modellen
Top 10 Gebrauchtwagen: Diese Modelle sind bei Autohändlern besonders relevant

Für Verkäufer besonders interessant ist eine Carwow-Auswertung von Fahrzeugen, die zwischen Januar und Ende August 2025 über die Plattform von Privatkunden an Händler verkauft wurden.

Die Top 10 waren:

Rang Modell Einordnung
1 VW Golf Sehr breiter Gebrauchtwagenmarkt
2 VW Tiguan Starkes SUV-Segment
3 Ford Focus Preislich attraktiver Volumen-Gebrauchter
4 Skoda Octavia Besonders als praktischer Familien- und Langstreckenwagen interessant
5 Opel Corsa Breiter Markt für günstige Kleinwagen
6 Tesla Model 3 Stark nachgefragtes Elektro-Modell, aber andere Bewertungskriterien
7 BMW 5er Premium- und Langstreckenmarkt
8 Seat Leon Kompakter Allrounder
9 VW Polo Gefragter Kleinwagen
10 Opel Astra Etablierter Kompaktwagen

Wichtig: Dieses Ranking zeigt die über Carwow an Händler verkauften Modelle und ist keine spezielle Rangliste ausschließlich für Fahrzeuge mit mehr als 150.000 oder 200.000 Kilometern. Genau diese Unterscheidung ist wichtig, damit Verkäufer die Zahlen richtig interpretieren.

1. VW Golf – der Klassiker bleibt auch mit Kilometern interessant

Der VW Golf besitzt einen entscheidenden Vorteil: einen enorm großen Gebrauchtwagenmarkt.

Nach den Carwow-Daten lag der durchschnittliche Kilometerstand der dort an Händler verkauften Golf-Modelle bei rund 102.000 Kilometern. Der durchschnittliche Verkaufspreis betrug mehr als 10.900 Euro, bei einem Durchschnittsalter von etwas mehr als neun Jahren.

Auch AutoScout24 führt den Golf 2026 auf Platz eins seiner meistgesuchten Gebrauchtwagen.

Für Verkäufer bedeutet das allerdings nicht, dass jeder Golf mit 200.000 Kilometern automatisch einen hohen Ankaufspreis erzielt.

Entscheidend sind Generation, Motor, Getriebe, Wartungszustand und Ausstattung.

Beim Verkauf besonders wichtig:

Bei hoher Laufleistung sollten Zahnriemen beziehungsweise Steuertrieb, DSG-Wartung, Ölwechsel, Kupplung, Bremsen und größere bereits ausgeführte Reparaturen dokumentiert werden.

Eine Rechnung über eine kürzlich erneuerte Kupplung kann bei einem Fahrzeug mit 180.000 Kilometern beispielsweise ein wichtigeres Verkaufsargument sein als ein Navigationssystem.

2. VW Tiguan – SUVs bleiben interessant

Auf Platz zwei der Carwow-Händlerauswertung steht der VW Tiguan.

Das Modell profitiert vom weiterhin bedeutenden SUV-Segment und einer großen Käufergruppe.

Auch bei AutoScout24 gehört der Tiguan 2026 zu den zehn meistgesuchten Gebrauchtwagen Deutschlands.

Bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung sollten insbesondere Allradtechnik, DSG, Fahrwerk, Diesel-Abgasreinigung und Wartungshistorie genau dokumentiert werden.

3. Ford Focus – interessant für preisbewusste Käufer

Der Ford Focus erreicht in der Händlerauswertung Platz drei.

Carwow nennt für die untersuchten Fahrzeuge einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 8.722 Euro und verweist darauf, dass das Modell trotz höherer Kilometerstände für Händler interessant bleibt.

Das zeigt einen wichtigen Mechanismus des Gebrauchtwagenmarktes:

Ein Auto muss nicht teuer sein, um für einen Händler attraktiv zu sein. Entscheidend ist, dass zwischen Einkaufspreis, Reparaturrisiko und möglichem Verkaufspreis genügend Spielraum besteht.

4. Skoda Octavia – klassischer Kilometerfresser

Der Skoda Octavia ist insbesondere als Kombi ein typisches Langstrecken-, Familien- und Firmenfahrzeug.

Gerade deshalb finden sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt zahlreiche Exemplare mit hohen Kilometerständen.

Ein gepflegter Octavia mit nachvollziehbarer Historie kann weiterhin interessant sein, wenn Motor, Getriebe und Ausstattung zur Nachfrage passen.

Besonders bei ehemaligen Firmenwagen sollte die hohe Laufleistung nicht isoliert betrachtet werden. Viele Kilometer können aus regelmäßigem Autobahnbetrieb stammen.

5. Opel Corsa – günstiger Einstieg zählt

Ein Kleinwagen funktioniert nach einer anderen Marktlogik als ein BMW 5er oder Audi A6.

Beim Opel Corsa ist häufig der absolute Kaufpreis entscheidend.

Wer einen preiswerten Gebrauchtwagen für Alltag, Pendelstrecke oder als Zweitwagen sucht, akzeptiert unter Umständen eine höhere Laufleistung, wenn Fahrzeugzustand und Preis stimmen.

In der Carwow-Auswertung erreicht der Corsa Platz fünf der an Händler verkauften Modelle.

6. Tesla Model 3 – Sonderfall bei hoher Laufleistung

Mit dem Tesla Model 3 schafft es auch ein Elektroauto in die Händler-Top-10 von Carwow.

Bei Elektroautos verändert sich allerdings die Bewertung hoher Kilometerstände.

Neben Fahrwerk, Reifen, Bremsen und Karosserie interessieren Käufer insbesondere Batteriezustand, verbleibende Batterie- und Antriebsgarantie, reale Reichweite und Ladeverhalten.

Auch auf dem deutschen E-Gebrauchtwagenmarkt ist das Model 3 stark: AutoScout24 führt es für 2025 auf Basis von Kaufanfragen auf Platz eins der beliebtesten gebrauchten Elektromodelle in Deutschland.

Hohe Nachfrage schützt allerdings nicht automatisch vor Wertverlust. Gerade bei Elektrofahrzeugen können Neuwagenpreise, technische Entwicklung und Förderbedingungen die Restwerte erheblich beeinflussen.

7. BMW 5er – hohe Kilometer sind nicht ungewöhnlich

Der BMW 5er ist ein klassisches Langstreckenfahrzeug.

Viele Fahrzeuge stammen aus Firmen- oder Dienstwagenbeständen und erreichen entsprechend hohe Kilometerstände.

Bei einem 5er mit 150.000 oder 200.000 Kilometern werden Wartung und Reparaturhistorie besonders wichtig. Potenzielle Käufer wissen, dass Reparaturen an einem Premiumfahrzeug teuer werden können.

Ein sauber dokumentiertes Fahrzeug hat deshalb einen erheblichen Vorteil gegenüber einem scheinbar günstigeren Exemplar ohne nachvollziehbare Historie.

8. Seat Leon – kompakt und breit einsetzbar

Der Seat Leon verbindet Konzerntechnik mit einem häufig niedrigeren Gebrauchtwagenpreis als vergleichbare Premiumfahrzeuge.

Das kann Fahrzeuge mit höherer Laufleistung für preisbewusste Käufer interessant machen.

Auch hier sind bei Automatikfahrzeugen Getriebewartungen und bei Dieselfahrzeugen die Komponenten der Abgasreinigung relevante Verkaufspunkte.

9. VW Polo – hoher Kilometerstand trifft niedrigen Einstiegspreis

Der VW Polo profitiert ähnlich wie der Golf von einer großen Bekanntheit.

AutoScout24 führt ihn ebenfalls unter den zehn meistgesuchten Gebrauchtwagen Deutschlands 2026.

Bei älteren Exemplaren kann ein niedriger Gesamtpreis die höhere Laufleistung teilweise kompensieren.

Für Händler ist entscheidend, ob nach Aufbereitung und möglichen Reparaturen noch ein marktgerechter Verkaufspreis möglich ist.

10. Opel Astra – etablierter Gebrauchtwagen

Der Opel Astra komplettiert die Händler-Top-10 von Carwow.

Auch AutoScout24 sieht das Modell bei den Suchanfragen weit vorne.

Gerade für Käufer mit begrenztem Budget können ältere Astra interessant sein. Ein nachvollziehbar gepflegtes Fahrzeug mit 140.000 oder 160.000 Kilometern kann deshalb durchaus einen Markt haben.

Welche Autos halten hohe Laufleistungen besonders gut aus?

Beliebtheit und technische Haltbarkeit dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Ein stark nachgefragtes Auto kann technische Schwächen haben. Umgekehrt kann ein außergewöhnlich zuverlässiges Modell weniger häufig gesucht werden.

Für Verkäufer von Fahrzeugen mit hoher Laufleistung ist deshalb der TÜV-Report 2026 besonders interessant.

AUTO BILD hat daraus Modelle herausgefiltert, die zum Prüfzeitpunkt im Durchschnitt mindestens 100.000 Kilometer absolviert hatten und vergleichsweise selten mit erheblichen Mängeln auffielen. Die Top 10 waren: Mercedes E-Klasse, Skoda Kodiaq, Mercedes C-Klasse, Volvo XC60, Mercedes GLE/ML, Seat Ateca, Suzuki Vitara, VW Touran, VW Touareg und Audi A3.

Das ist eine andere Rangliste als die Händler-Top-10 – und genau darin liegt eine wichtige Erkenntnis.

Hohe Händlernachfrage und gute technische Langzeitqualitäten sind zwei unterschiedliche Faktoren.

Warum Mercedes E-Klasse und C-Klasse bei hoher Laufleistung interessant sind

Besonders auffällig ist das Abschneiden von Mercedes.

Im TÜV-Dauerläufer-Ranking 2026 steht die E-Klasse auf Platz eins, die C-Klasse auf Platz drei. Beide Fahrzeugreihen erreichen in der ausgewerteten Gruppe durchschnittlich mindestens 100.000 Kilometer.

Das passt zum typischen Einsatzprofil: Insbesondere Dieselmodelle werden häufig auf langen Strecken bewegt.

Beim Verkauf eines Mercedes mit 180.000 oder 250.000 Kilometern ist deshalb die reine Kilometerzahl nicht die einzige relevante Information.

Interessanter können folgende Angaben sein:

„Langstreckenfahrzeug – vollständige Wartungshistorie – letzter Service bei 192.000 km – HU neu – Getriebeölwechsel dokumentiert.“

Damit bekommt der Käufer Informationen, die das technische Risiko besser einschätzbar machen.

150.000 Kilometer: Ist das schon zu viel?

Nicht zwingend.

Bei einem zehn Jahre alten Fahrzeug entsprechen 150.000 Kilometer durchschnittlich 15.000 Kilometern pro Jahr.

Entscheidend ist deshalb die Kombination aus Alter, Einsatzprofil und Wartung.

Problematischer kann ein Fahrzeug mit deutlich niedrigerem Kilometerstand sein, das über Jahre fast ausschließlich auf Kurzstrecken bewegt und unregelmäßig gewartet wurde.

Eine pauschale Regel wie „über 150.000 Kilometer kauft kein Händler mehr“ ist daher nicht sachgerecht.

Und bei 200.000 Kilometern?

Ab etwa 200.000 Kilometern wird der Käuferkreis typischerweise kleiner und das Reparaturrisiko bekommt bei der Preisfindung mehr Gewicht.

Das bedeutet aber weiterhin nicht, dass das Fahrzeug wertlos ist.

Gerade Diesel-Kombis und größere Langstreckenfahrzeuge werden regelmäßig mit solchen Laufleistungen angeboten.

Für Händler stellt sich vielmehr die Frage:

Was muss investiert werden, bevor das Fahrzeug wieder verkauft werden kann?

Stehen Kupplung, Zahnriemen, DSG-Service, Bremsen, Reifen, Dieselpartikelfilter oder Fahrwerksarbeiten unmittelbar bevor, wird der Händler diese Kosten in sein Angebot einkalkulieren.

Auto mit hoher Laufleistung verkaufen: 10 Tipps für einen besseren Preis

Bei einem Fahrzeug mit vielen Kilometern lässt sich der Tachostand nicht verändern – die Wahrnehmung des Fahrzeugs dagegen sehr wohl.

1. Wartungshistorie vollständig vorbereiten

Serviceheft, digitale Servicehistorie, Werkstattrechnungen und HU-Berichte sollten vorliegen.

Bei einem Auto mit 180.000 Kilometern ist eine nachvollziehbare Historie besonders wichtig.

2. Große Reparaturen ausdrücklich nennen

Wurden bereits teure Verschleißteile erneuert, gehört das in das Inserat.

Beispiele:

Kupplung bei 165.000 km erneuert
Zahnriemen bei 140.000 km gewechselt
DSG-Service durchgeführt
Bremsen vorne und hinten neu

Das reduziert die Unsicherheit des Käufers.

3. Kilometerstand nicht verstecken

Ein Inserat sollte die Laufleistung sachlich nennen.

Formulierungen wie „Kilometer sind nur eine Zahl“ wirken wenig professionell.

Besser:

„186.000 km – überwiegend Langstrecke – Wartung dokumentiert.“

Natürlich nur, wenn diese Aussage tatsächlich nachweisbar beziehungsweise zutreffend ist.

4. Fahrzeug professionell reinigen

Ein Fahrzeug mit 180.000 Kilometern muss nicht wie eines aussehen.

Saubere Sitze, gepflegte Kunststoffflächen, gereinigte Scheiben und ein sauberer Kofferraum verändern den ersten Eindruck erheblich.

5. Technische Mängel vorher kennen

Vor dem Verkauf kann eine technische Prüfung sinnvoll sein.

Dadurch weiß der Verkäufer, welche Argumente ein Händler bei der Preisverhandlung wahrscheinlich einsetzen wird.

6. HU-Laufzeit beachten

Eine unmittelbar bevorstehende Hauptuntersuchung bedeutet für einen Käufer Unsicherheit.

Bei technisch gutem Zustand kann eine frische HU deshalb ein Verkaufsargument sein.

7. Nicht nur einen Händler fragen

Ankaufspreise können erheblich voneinander abweichen.

Ein Händler mit Schwerpunkt Export kalkuliert ein 220.000-Kilometer-Dieselfahrzeug möglicherweise anders als ein klassisches Autohaus, das hauptsächlich Fahrzeuge mit Garantie an Privatkunden verkauft.

8. Realistischen Marktpreis bestimmen

Verglichen werden sollten Fahrzeuge mit möglichst ähnlichem Baujahr, Motor, Getriebe, Ausstattung und Kilometerstand.

Ein Golf mit 80.000 Kilometern ist kein sinnvoller Preisvergleich für einen Golf mit 210.000 Kilometern.

9. Schäden offen kommunizieren

Unfallschäden und bekannte technische Probleme sollten nicht verschwiegen werden.

Transparenz verhindert unnötige Besichtigungen und reduziert rechtliche Risiken.

10. Händlerargumente richtig einordnen

Sätze wie „Mit den Kilometern ist das Auto praktisch unverkäuflich“ sollten nicht automatisch akzeptiert werden.

Entscheidend ist die tatsächliche Marktnachfrage.

Gerade Modelle wie Golf, Tiguan, Focus, Octavia, Corsa oder Astra verfügen über einen großen Gebrauchtwagenmarkt. Händler müssen jedoch gleichzeitig ihre Aufbereitungs-, Gewährleistungs-, Standzeit- und Vermarktungskosten berücksichtigen.

Diesel mit hoher Laufleistung: Vorteil oder Nachteil?

Bei Dieselfahrzeugen kann eine hohe Laufleistung differenziert betrachtet werden.

Ein Diesel mit 180.000 Kilometern aus überwiegendem Autobahnbetrieb kann technisch anders gealtert sein als ein Fahrzeug, das hauptsächlich kurze Stadtstrecken gefahren ist.

Gleichzeitig können bei hohen Laufleistungen kostspielige Komponenten relevant werden:

Dieselpartikelfilter, AGR-System, Turbolader, Injektoren, AdBlue-/SCR-System, Kupplung und Zweimassenschwungrad gehören zu den Punkten, die Käufer genauer betrachten.

Deshalb kann eine dokumentierte Reparaturhistorie bei einem älteren Diesel besonders wertvoll sein.

Benziner mit hoher Laufleistung verkaufen

Auch Benziner können problemlos hohe Laufleistungen erreichen. Entscheidend ist die konkrete Motorengeneration.

Bei älteren Turbobenzinern interessieren sich Käufer beispielsweise für Ölverbrauch, Steuerkette oder Zahnriemen, Turbolader, Kühlsystem und regelmäßige Ölwechsel.

Pauschale Aussagen wie „Benziner halten nur 150.000 Kilometer“ oder „Diesel schaffen immer 300.000 Kilometer“ sind technisch nicht seriös.

Die jeweilige Motorisierung und Wartung sind wichtiger.

Elektroauto mit hoher Laufleistung verkaufen

Bei Elektroautos verschiebt sich die Argumentation.

Der Käufer interessiert sich weniger für Zahnriemen, Kupplung oder Ölwechsel. Dafür gewinnt der Zustand der Hochvoltbatterie an Bedeutung.

Beim Verkauf können deshalb Informationen über Batteriezustand beziehungsweise State of Health, Garantie, Ladehistorie, reale Reichweite und eventuell vorhandene Batterieprüfungen hilfreich sein.

Der Markt entwickelt sich schnell. AutoScout24 meldete für 2025 ein um sechs Prozent gestiegenes Angebot gebrauchter Elektroautos in Deutschland; deren Anteil am Gesamtangebot lag bei 6,5 Prozent. Gleichzeitig waren gebrauchte Elektroautos im Durchschnitt 4,1 Prozent günstiger als im Vorjahr.

Das zeigt zugleich die Chance und das Risiko: Die Nachfrage wächst, die Restwerte können jedoch durch technischen Fortschritt und Veränderungen bei Neuwagenpreisen stärker unter Druck geraten.

Privat verkaufen oder direkt an einen Autohändler?

Ein Fahrzeug mit hoher Laufleistung privat zu verkaufen kann einen höheren Preis ermöglichen.

Dafür muss der Verkäufer Zeit für Inserat, Nachrichten, Telefonate, Besichtigungen und Preisverhandlungen einplanen.

Beim Verkauf an einen Händler ist die Abwicklung meist einfacher. Der Händler muss allerdings seine Marge, mögliche Reparaturen, Aufbereitung und das Wiederverkaufsrisiko einkalkulieren.

Deshalb liegt ein Händlerangebot normalerweise unter dem Preis, den ein Endkunde theoretisch bezahlen könnte.

Bei Autos mit sehr hoher Laufleistung kann ein Händlerverkauf trotzdem sinnvoll sein, insbesondere wenn Zeit und Planungssicherheit wichtiger sind als der maximal mögliche Verkaufspreis.

Was Händler bei einem Auto mit hoher Laufleistung prüfen

Ein professioneller Händler betrachtet nicht nur den Tacho.

Er kalkuliert das gesamte Fahrzeug.

Besonders relevant sind Motor- und Getriebezustand, Fehlerspeicher, Wartungshistorie, Karosserieschäden, Reifen, Bremsen, Fahrwerk, HU, Ausstattung und die Frage, wie schnell das Modell wieder verkauft werden kann.

Der DAT Report 2026 gehört zu den etablierten Branchenquellen für Verbraucher- und Marktverhalten rund um Neu- und Gebrauchtwagen in Deutschland. Die DAT richtet ihre Daten unter anderem an Automobilbetriebe, Hersteller, Importeure und andere Branchenakteure.

Für Verkäufer folgt daraus eine einfache Regel:

Nicht nur der technische Wert entscheidet – auch die Handelbarkeit hat einen Preis.

Fazit: Fahrzeuge mit hoher Laufleistung können weiterhin sehr gefragt sein

Ein Auto mit hoher Laufleistung zu verkaufen ist deutlich einfacher, wenn Modell, Zustand und Historie stimmen.

Die aktuellen Händlerdaten zeigen mit VW Golf, VW Tiguan, Ford Focus, Skoda Octavia, Opel Corsa, Tesla Model 3, BMW 5er, Seat Leon, VW Polo und Opel Astra eine breite Mischung aus Volumen-, Premium- und Elektrofahrzeugen.

Technische Dauerläufer bilden jedoch eine andere Gruppe. Im TÜV-Report 2026 fallen unter Fahrzeugen mit durchschnittlich mindestens 100.000 Kilometern insbesondere Mercedes E-Klasse, Skoda Kodiaq, Mercedes C-Klasse, Volvo XC60 und Mercedes GLE/ML positiv auf.

Die wichtigste Erkenntnis für Verkäufer lautet daher: 100.000, 150.000 oder sogar 200.000 Kilometer machen ein Auto nicht automatisch unverkäuflich.

Je höher die Laufleistung, desto wichtiger werden Wartungsnachweise, technische Transparenz und ein realistischer Preis. Ein gut gepflegter Bestseller mit 180.000 Kilometern kann für einen Händler wirtschaftlich interessanter sein als ein seltenes Modell mit wesentlich weniger Kilometern.

Der Kilometerstand beeinflusst den Wert – aber er entscheidet nicht allein darüber.

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